Welthumanistentag 2015 in Zürich

Die Zürcher Veranstaltung zum Welthumanistentag 2015 war am 18. Juni 2015 im Cabaret Voltaire.

Das Video zum Referat des Philosophen und Humanisten Dr. Michael Schmidt-Salomon: https://youtu.be/Gy3faFWvc3E

Braucht es noch Religion? Cartoon von Jacques Tilly
Braucht es noch Religion? Cartoon von Jacques Tilly

Die Antwort auf die Frage, ob der Mensch im 21. Jahrhundert noch Religion benötigt, hängt davon ab, was wir unter dem Begriff „Religion“ verstehen. Die dramatische Säkularisierung, die in den letzten Jahrzehnten in Westeuropa stattgefunden hat, zeigt, dass Menschen ihr Leben auch ohne Rückgriff auf religiöse Deutungsmuster meistern können. Doch geht mit dem Niedergang des institutionalisierten Glaubens auch der „Sinn und Geschmack fürs Unendliche“ verloren – das, was Friedrich Schleiermacher als das Wesen des Religiösen begriff?
Ganz im Gegenteil, meint Michael Schmidt-Salomon. Denn die Wissenschaft hat die Welt nicht nur entzaubert, sondern ihr zugleich einen neuen Zauber verliehen. Der aufgeklärte Mensch steht heute staunend vor den unendlichen Dimensionen eines Universums, das viel geheimnisvoller ist, als es sich sämtliche Religionsstifter haben vorstellen können.

Über Michael Schmidt-Salomon:
Michael Schmidt-Salomon (* 14. September 1967 in Trier als Michael Schmidt) ist ein deutscher Philosoph, Autor und religions- und kulturkritischer Publizist. Er vertritt einen evolutionären Humanismus, der naturalistisch ausgerichtet ist, und ist Mitbegründer und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, die sich die Entwicklung, Förderung und Verbreitung einer humanistischen Weltanschauung zum Zweck gegeben hat. Neben seiner Tätigkeit als Aktivist ist er auch durch die Veröffentlichung von Kinderbüchern und als Musiker in Erscheinung getreten. Er sieht sich als Mitglied der Brights-Bewegung.

Sein philosophisches Hauptwerk besteht aus dem Manifest des evolutionären Humanismus, Jenseits von Gut und Böse, Keine Macht den Doofen. Eine Streitschrift. und Hoffnung Mensch, von ihm als eine „viersätzige Sinfonie“ bezeichnet.